Auf die große Frage: "Warum gerade mein Kind?", gibt es keine Antwort.

Wenn Eltern mit der Diagnose "Ihr Kind hat Krebs" konfrontiert werden, ergeben sich viele Fragen, die nicht sofort beantwortet werden können. Nachfolgend finden Sie eine Sammlung von Fragen + Antworten, die Ihnen und Ihrem Umfeld helfen können, mit der Problematik "Krebs bei Kindern" besser umzugehen.

 

Was ist Krebs eigentlich?

Unsere Körperzellen arbeiten nach einem bestimmten Plan. Wenn nun eine Körperzelle plötzlich nicht mehr funktioniert, heißt dies, dass sie nicht zu einer richtig arbeitenden Zelle heranreift. Sie bildet viele Tochterzellen ihrer Art, wuchert und entwickelt sich zu einem Krebsgewebe oder Tumor. Der Tumor wächst ungeordnet in die Organe ein und zerstört sie mit der Zeit. Krebszellen reagieren empfindlicher auf Zellgifte als gesunde Zellen. Darauf beruht der Erfolg der Strahlen -und Chemotherapie.

 

Ist Krebs ansteckend?

Nein, Krebs ist nicht ansteckend.

 

Hätte ich mein Kind vor der Krebserkrankung bewahren können?

Alle Eltern krebskranker Kinder stellen sich irgendwann die Schuldfrage. Aber: Sie können kein Kind vor Krebs schützen. Denn: Die Ursachen für Krebs bei Kindern und Jugendlichen sind nicht geklärt.

 

Soll ich meinem Kind die Wahrheit über seine schwere Erkrankung sagen?

Ja, Ihr Kind wird Sie fragen und Sie sollten unbedingt immer wahrheitsgetreu antworten. Auch einem kleinen Kind kann man - seinem Alter gemäß - die Wahrheit sagen. Ihr Kind würde es andernfalls als Vertrauensbruch deuten. Wenn Sie unsicher sind, ziehen Sie das psychosoziale Team der Klinik zu Rate. Die Wahrheit zu sagen, schließt jedoch nicht aus, Ihrem Kind gleichzeitig Mut und Zuversicht zu schenken, selbst dann, wenn sein Leben nicht mehr zu retten ist.

 

Wie sinnvoll ist eine naturheilkundliche oder homöopathische Behandlung?

Eine solche Behandlung ist als begleitende und unterstützende Maßnahme sehr sinnvoll. Erfahrungen zeigen, dass die Nebenwirkungen einer Chemotherapie oft deutlich vermindert werden (z.B. weniger Übelkeit, mehr Appetit, weniger Probleme mit Darm und Schleimhäuten) und sich das Allgemeinbefinden bessert. Allerdings bietet nach unserer Einschätzung eine naturheilkundliche/ homöopathische Behandlung auf keinem Fall eine Alternative zur Operation, Chemotherapie bzw.  Bestrahlung. Bitte beachten Sie auch, dass Sie unbedingt das Ärzteteam informieren, falls Sie sich für eine zusätzliche Behandlungsmethode entscheiden.

 

Kann ich mein Kind während der Behandlung impfen lassen?

Impfungen dürfen nur in Ausnahmefällen und nur nach Rücksprache mit den behandelnden Ärzten durchgeführt werden.

 

Warum fallen bei der Chemotherapie die Haare aus?

Krebszellen sind in der Regel schnell wachsende Zellen. Die Medikamente einer Chemotherapie zerstören alle schnell wachsenden Zellen, somit leider aber nicht nur die Krebszellen, sondern auch gesunde schnellwachsende, wie z.B. die Haarzellen, die Blutzellen und die Schleimhautzellen.

 

Wachsen die Haare nach der Chemotherapie wieder nach?

Ja, die Haare wachsen nach der Therapie wieder nach.

 

Muß ich bei meinem kranken Kind auf besondere Ernährung achten?

Eine besondere Diät gibt es nicht. Generell ist zu sagen, dass das Kind während der Behandlung viel trinken und ausreichend essen sollte. Dies ist in der Regel schwierig, weil die Kinder während der Chemotherapie oft appetitlos sind oder Heißhunger-Attacken auf bestimmte Nahrungsmittel haben. Gehen Sie auf die Wünsche der Kinder ein, - auch wenn es sich um „ungesunde" Speisen handelt. Wichtig ist, dass die Kalorienzufuhr gewährleistet ist. Wenn es Ihrem Kind besser geht, hat es vielleicht auch wieder Lust auf frisches Gemüse, Vollkornbrot, mageres Fleisch, Käse, Quark und Joghurt. Bei sehr niedrigen Leukozyten-Zahlen sollte das Kind keinen Salat, kein ungeschältes oder nicht schälbares Obst und keine Nüsse essen.

 

Soll ich auf die Angehörigen eines krebskranken Kindes aktiv zugehen oder sie eher in Ruhe lassen?

Grundsätzlich gilt, dass Anteilnahme gut tut. Die Angehörigen sind in dieser schweren Zeit oft isoliert, das Umfeld wendet sich aus Unsicherheit und Angst ab und vermeidet es, über das kranke Kind zu sprechen. Gehen Sie auf Eltern und Geschwister zu, seien Sie aber bitte vorsichtig mit gutgemeinten Ratschlägen oder Lebensweisheiten. Es genügt meist, Interesse zu zeigen und einfach zuzuhören. Falls die Familie zeitweilig wirklich keinen Kontakt wünscht, wird sie Ihnen dies auch mitteilen.

 

Wie kann ich den Eltern eines krebskranken Kindes helfen?

Sie können helfen, indem Sie ihnen das Gefühl vermitteln, für sie da zu sein. Fragen Sie sie einfach, auf welche Weise Sie sie unterstützen können. Oft sind es alltägliche Dinge, die durch den veränderten Lebensrhythmus und die permanente Anstrengung kaum mehr bewältigt werden können: Einkaufen, Kochen, Betreuung der Geschwisterkinder, Transport zum Krankenhaus usw. Eltern benötigen in dieser extremen Belastungsphase "Auszeiten"; vielleicht können Sie ihnen dazu verhelfen.

 

Wie kann ich den Geschwistern eines krebskranken Kindes helfen?

Schenken Sie ihnen Zeit und Aufmerksamkeit. Verbringen Sie beispielsweise einen Nachmittag oder Abend mit Ihnen, gehen Sie in den Tierpark oder ins Kino, laden Sie sie zu ihrem Lieblingsessen ein, spielen Sie mit Ihnen, rufen Sie sie an usw. Aber: Es liegt nicht in Ihrer Hand, ob Ihre Hilfsangebote angenommen werden.

 

Was ist Leukämie?

Phillip Herzberg, der Autor und Regisseur des nachfolgenden Videos    hatte selbst Krebs. Er wurde geheilt und hat die Frage: "Was ist Leukämie?" (nicht nur) kindgerecht beantwortet. Wir danken ihm sehr dafür.

 

 

Hinweis:

Diesen Fragen- und Antworten-Katalog durften wir freundlicherweise von der

Initiative krebskranker Kinder München e. V. übernehmen. www.krebs-bei-kindern.de

Krebsinfo:

Ausführliche Fachinformationen zum Thema Krebs bei Kindern finden Sie unter: www.kinderkrebsinfo.de